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Blackout
Geschrieben von: Jan Schnorrenberg Dienstag, 06. Januar 2009 um 18:27
„Licht, Kamera, Action!“ schallte es Mitte Oktober durch die leeren Gänge des Humboldtgymnasiums. Was war los gewesen? Was machte diese willkürlich zusammengewürfelte Truppe Schüler an den Wochenenden in der Schule? Und wer waren die beiden Erwachsenen, die zusahen, wie die Schüler die Lichter des Fahrstuhles mit Kakao-Bechern dimmten und Wolfsgeheul auf der Dach-Terrasse imitierten?
Für 12 Tage hatte ein Filmworkshop am HGS die Schüler und ihre Betreuer fest im Griff. Und das Ergebnis, ein zwanzig minütiger Kurzfilm namens „Blackout“ über einen unerklärlichen Stromausfall, konnte sich sehen lassen. Begonnen hatte das Projekt „Kurzfilm“ kurz vor den Herbstferien. Dann erschien nämlich ein, wenn auch etwas unscheinbarer kleiner Aushang an der Tür der Stufenkoordinatoren, der dazu einlud, im Rahmen des Landesprogrammes Kultur & Schule NRW einen Filmworkshop zu besuchen und einen Kurzfilm zu entwickeln. Geleitet wurde dieser von zwei professionellen Regisseuren, Harun Hazar und Lillian Rosa. Am 14. Oktober begannen die Treffen in der Cafeteria, die sich oft bis spät abends hinzogen. Es wurde emsig diskutiert und Ideen gesammelt: Sollte es ein Liebesfilm werden? Oder ein Actionfilm? Gesellschaftskritisch? Wo dürfte man überhaupt drehen? Wer wird Regisseur, wer Kostümbildner?
Nach langem Überlegen kam schließlich die Idee: Ein Film nach der Prämisse: „Was wäre wenn?“. „Was wäre wenn der Strom komplett ausfallen würde und nichts, wirklich gar nichts mehr ginge?“ fragten sich die Schüler, und aus diesem Gerüst entstand die später realisierte Story. Doch jede Handlung ist abhängig von den Charakteren: Was für Menschen würden in unserem heutigen Informationszeitalter am meisten unter einem solchen Stromausfall leiden? Der nach Online-Rollenspielen süchtige Junge würde seinen gesamten Lebensinhalt verlieren und nach Ersatz suchen, das Partygirl könnte all ihre „Freunde“ und Feten nicht mehr organisieren, das Handy wäre zum nutzlosen Stück Metall verkommen, usw. So entstanden mit der Zeit, zugegebenermaßen verzerrte, Charaktere, an denen die Folgen des Ereignisses dargestellt werden konnten. Das auf Stereotypen zurückgegriffen wurde, lag vor allem an dem Medium „Kurzfilm“, der in 20 Minuten kaum Platz für ausreichende Charakterisierung geboten hatte.
Die größte Herausforderung lag jedoch beim Dreh selbst: Dachte man am Anfang noch, dass man die Szenen schnell abdrehen könnte, wurde schon in der ersten Szene deutlich, dass man sich eine Milchmädchenrechnung eingehandelt hatte. So drehten die Schüler alleine an der ersten Einstellung:
„Nina läuft einen Gang herunter; bemerkt ein anderes Mädchen (Claire) und beschleunigt daher ihr Schritttempo, um noch den Fahrstuhl zu erreichen.“
eineinhalb Stunden und investierten unzählige Minuten Band in einen am Ende nur grob 10 Sekunden langen Schnitt. Die Gründe waren vielfältig: Mal stimmte das Timing nicht, mal wollte der Regisseur das die Schauspielerin ihren Weg langsamer abgeht, und dann scheinte auch noch die Sonne für einen Moment zu stark...!
Insgesamt waren an 2 ½ Drehtagen 5 Stunden an Material zusammengestellt worden, welche wiederrum zu einem 20 minütigen Film zusammengeschnitten wurden. Die in den Film investierte Zeit beläuft sich auf 70 Stunden, nicht mit eingerechnet Herrn Hazars Engagement mit der gesamten Post-Produktion, die nach dem letzten Drehtag all seine Freizeit eingenommen hatte um den Film noch rechtzeitig zur Prämiere fertig zu stellen.
Nach der Prämiere endete die Arbeit an Filmen jedoch keinesfalls: Das Interesse an der Filmwelt war entfacht, und die Schüler gründeten die Film AG am HGS. Derzeit trifft sich die bunt zusammengewürfelte Gruppe der Jahrgangsstufen 10 bis 13 immer an Donnerstagen, nach der 6. Stunde und hat sich neue Projekte für 2009 vorgenommen. An dieser Stelle werden wir selbstverständlich über diese berichten.
Wer Interesse an dem Film hat kann ihn entweder als DVD bei der AG bestellen (für 0,- aber Spenden sind aber gerne gesehen), oder, sobald die Redaktion ein Exemplar zugestellt bekommen hat, auch mit einem Stream auf dieser Seite rechnen!
Kommentare (1)
Donnerstag, 08. Januar 2009 um 18:03
Stanislaw Koltschin
Hey interessanter und ein sehr ausführlicher Atikel, ich denke man kann sich gut in eure Arbeit am Set hineinversetzen, wenn jetzt noch das Video reinkommt dann ist es top ;)
Die letzten Abiturienten haben mit Keksverkauf ich glaube 2000 € ein
genommen haben, ist das schon erstaunlich.
Wenn man aber bedenkt, dass so ein Abiball mit allem drum und dran mehr als 10.000 Euro kostet ...